Der Zinseszins ist eines der am häufigsten erwähnten und am seltensten richtig verstandenen Phänomene im Vermögensaufbau. Einstein soll ihn das „achte Weltwunder" genannt haben. Ob das Zitat echt ist, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Die Wirkung dagegen schon.
Eine einfache Rechnung
Sie legen 10.000 Euro einmalig an. Sie nehmen eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7 Prozent an. Was passiert?
- Nach 10 Jahren: rund 19.700 Euro
- Nach 20 Jahren: rund 38.700 Euro
- Nach 30 Jahren: rund 76.100 Euro
Die ersten zehn Jahre verdoppeln das Kapital. Die zweiten zehn Jahre vervierfachen es. Die dritten zehn Jahre verachtfachen es. Der größte Sprung passiert erst spät, weil die Basis, auf die der Zinseszins wirkt, mit jedem Jahr größer wird.
Warum die ersten 10 Jahre entscheiden
Wer mit 35 anfängt zu investieren und bis 65 dabeibleibt, hat 30 Jahre Laufzeit. Wer mit 45 anfängt, hat nur noch 20. Der Unterschied am Ende: rund ein Drittel weniger Endkapital, bei gleicher Sparrate und gleicher Rendite.
Es ist nicht das Investment, das den Unterschied macht. Es ist die Zeit, die Sie dem Investment geben.
Was Sie konkret tun sollten
- Anfangen. Nicht morgen. Heute. Auch mit kleinen Beträgen.
- Auf Kosten achten. Eine Differenz von 1,5 Prozent jährlicher Gebühren frisst über 30 Jahre fast die Hälfte Ihres Endkapitals.
- Diversifizieren. Nicht ein einzelner Fonds, sondern eine breite Streuung über Regionen, Branchen und Anlageklassen.
- Dabei bleiben. Auch und gerade dann, wenn der Markt einbricht. Wer in der Krise verkauft, realisiert den Verlust dauerhaft.
Hinweis
Vergangenheitswerte sind keine Garantie für künftige Renditen. Die hier gezeigten Werte basieren auf historischen Durchschnittsrenditen breit gestreuter Aktienportfolios und sind eine Orientierung, keine Vorhersage.

