Kaum eine Frage spaltet Anleger so sehr wie die nach aktiv oder passiv. Auf der einen Seite stehen kostengünstige ETFs, die einen Index einfach nachbilden. Auf der anderen aktiv gemanagte Fonds, in denen ein Manager gezielt Titel auswählt. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an – aber nicht auf das, was die Werbung verspricht.

Der Kostenunterschied ist real

ETFs sind in der laufenden Verwaltung deutlich günstiger als die meisten aktiven Fonds. Über lange Zeiträume macht ein Kostenunterschied von ein bis zwei Prozentpunkten pro Jahr beim Endkapital einen gewaltigen Unterschied – der Zinseszins wirkt eben auch auf Gebühren. Das ist das stärkste Argument der passiven Seite.

Wo aktives Management punkten kann

In effizienten, breit beobachteten Märkten ist es schwer, dauerhaft besser zu sein als der Index. In Nischen, in weniger liquiden Märkten oder in Phasen hoher Schwankung kann ein guter aktiver Manager dagegen Mehrwert schaffen – etwa durch Risikosteuerung, wenn es darauf ankommt. Entscheidend ist nicht die Vergangenheitsrendite, sondern ein nachvollziehbarer, disziplinierter Prozess.

  • ETF: niedrige Kosten, hohe Transparenz, Marktrendite ohne Auswahlrisiko.
  • Aktiv: Chance auf Mehrwert und Risikosteuerung, dafür höhere Kosten und Managerrisiko.
  • Mischung: Ein Kern aus kostengünstigen Bausteinen, ergänzt um gezielte aktive Positionen.
Die wichtigste Stellschraube ist nicht aktiv gegen passiv, sondern Kosten gegen Disziplin.

Der oft übersehene Faktor: Ausgabeaufschlag

Viele aktive Fonds werden mit einem Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent verkauft. Diese Einstiegskosten schmälern die Rendite vom ersten Tag an. Über ein Depot ohne Ausgabeaufschlag lässt sich genau dieser Posten vermeiden – unabhängig davon, ob Sie aktiv oder passiv anlegen.

Häufige Fragen

Sind ETFs immer die bessere Wahl?

Nein. Sie sind kostengünstig und transparent, liefern aber per Definition nur die Marktrendite. In bestimmten Marktsegmenten und für die Risikosteuerung kann aktives Management sinnvoll sein.

Wie viel sollte ich in Kosten investieren?

So wenig wie möglich für die gewünschte Strategie. Jeder vermiedene Kostenpunkt landet langfristig in Ihrem Endkapital.

Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Steuerliche Wirkungen hängen von Ihrer persönlichen Situation ab und können sich durch Gesetzesänderungen verändern. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für künftige Renditen.

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